Thema: Rheumatische Erkrankungen  
clodotte asked:
Ich leide seit ca.6 Jahren an Rheuma.Bis vor Kurzem durfte ich Diclac (Diclofenac) als Schmerzmittel nehmen.Jetzt hat sich bei mir eine Darmverengung ,bedingt durch die Medikamente eingesrellt.Welches Mittel würden Sie mir empfehlen?
Rheumatologen-Team:
Es hängt davon ab, welcher Darmabschnitt befallen ist, evtl. sind Coxibe eine Alternative (z.B. Celecoxib) oder es gibt andere Schmerzmittel (Novalgin, Tramadol, Valoron bis hin zu Opioiden). Das müsste mit dem Arzt zusammen entschieden werden.
Borstel asked:
Hallo! Stimmt es, dass Rheuma nicht immer zu 100% über das Blut nachgewiesen werden kann? Was ist der Unterschied zwischen Rheuma und Gicht? Ich bemerke am linken mittleren Zeigefingergelenk Schmerzen und dort hat sich auch auf dem Gelenk eine Erhöhung gebildet. Die Hausärztin hat mein Blut auf Gichtwerte überprüft, aber nichts wurde gefunden. Ich bin erblich durch Gicht vorbelastet und denke schon, dass da was ist.
Rheumatologen-Team:
Leider ist das richtig, dass rheumatische Erkrankungen nicht immer im Blut nachgewiesen werden können. Bei Gicht spielt die Vererbung eine gewisse Rolle, allerdings ist der klinische Befund üblicherweise durch anfallsartrig auftretende stärkste Schmerzen gekennzeichnet (Gichtanfall). Ansonsten gibt es auch noch andere Erkrankungen, die zu Schwellungen der Fingergelenke führen können, u.a. auch eine relativ harmlose Gelenkabnutzung (Arthrose).
Ulli asked:
Sehr geehrte Damen und Herren, bei meiner Lieblingstante (69 Jahre) gibt es einen dringenden Verdacht auf Gelenkrheuma. Welche diagnostischen Möglichkeiten sind eigentlich vorhanden, diesen Verdacht möglichst frühzeitig abzuklären und entweder das Rheuma auszuschliessen oder zu bestätigen? Ich habe gelesen, dass Rheuma die Gelenke zerstören kann und deshalb möglichst früh und wirksam behandelt werden muss. Mit herzlichem Dank für Ihre Antwort, Ihr Ullrich Meyer
Rheumatologen-Team:
Gelenkrheuma ist eigentlich ein Oberbegriff, unter dem sich verschiedene Erkrankungen im Volksmund verstecken. Es müsste daher eine entsprechende Diagnostik bei einem Rheumatologen durchgeführt werden, der dann abhängig vom Befund entsprechende Laborwerte untersucht und evtl. eine Röntgenuntersuchung durchführt. Je nach Befund kann auch eine Ultraschalluntersuchung, eine Magnetresonanztomographie oder Knochenszintigraphie notwendig sein, was dann allerdings der Fachmann zu entscheiden hat.
Matschy asked:
Mein Sohn, 25 Jahre bekam beim Bund mit 19 Jahren heftige Schmerzen und wurde inzwischen auf Morbus Bechterew diagnostiziert. Gibt es inzwischen erfolgreiche Medikamente bzw. Behand- lungsmethoden? Er treibt viel Sport (Schwimmen, mittelschweren Kraftsport). Allerdings, versucht er nur in begrenztem Umfang Medikamente einzunehmen, d.h. wenn die Schmerzen unerträglich sind. Gibt es hierfür Spezialisten? Vielen Dank vorab für Ihre Mühe, ich verbleibe mit freundlichen Grüßen. Waltraud Matschy
Rheumatologen-Team:
Wichtig ist zunächst eine tägliche Krankengymnastik. Aber auch für den M. Bechterew gibt es mittlerweile neue Medikamente, die teilweise einen großen Erfolg haben. Allerdings kann es auch Nebenwirkungen geben, so dass der Einsatz durch einen Rheumatologen angeordnet und überwacht werden muss. Im Rheumazentrum Halle sind Rheumatologen organisiert und Sie können dort sich an einen Kollegen/Kollegin wenden.
Luise asked:
Im Oktober 2006 bekam ich anfallartig quasi Übernacht starke Schmerzen in den Knien,vorausgegangen waren 2 aktive Wanderwochen im Gabirge.Die Behandlung erfogte mit Diclac,Reizstrom Physiotherapie , häufiges Kühlen und Laserdusche.,mit mittleren Erfolg, Muskelverspannungen und das Gefühl in den Gelenken ist eine Entzündung hielten länger an. Nach einer 14- tägigen Wanderzeit im Febr.2007 bekam ich stechende Schmerzen im re. Kniegelenk.Behandlung wie Oben,die Beschwerden klangen ab,aber nicht vollständig.Nach einer weiteren Wanderzeit im Sept 2007 entzündete sich der rechte Vorderfuß,gipfelte in anfallartge Schmerzen am Großzehengelenk mit Rötung, Schwellung und stakem Berührungsschmerz. Mein Hausarzt diagnostizierte Gicht,verordnete Cholysat.,Diclac und Allopurinol.Die Einnahme der Medikamente führte schnell zur Besserung,es traten aber weitere Anfälleauf. Begleitend werden seit 4 Monaten Rheumafaktor,CrP-Wert und Harnsäure bestimmt.Am linken Knie ist der Beginn einer Arthose festgestellt wurden(geröngt) Der Rheumafaktor liegt ständig über dem Grenzwert ,der CrP-wert ist 0.der Harnsäurewert ist fast gleichbleibend bei 4mg/100ml.Ich bin Weiblich,68 Jahre alt, 1,64 cm groß.,70kg schwer ernähre mich mit ausgewogener Mischkost.,trinke wenig Alkoholund bewegemich regelmäßig,(Wandern,Aquajoogging, Nordic Walking)Frage:Ist die Diagnose "Gicht" richtig?
Rheumatologen-Team:
Es könnte durchaus sein, dass bei Ihnen zwei Erkrankungen vorliegen. Die Beschwerden im Knie könnten durch Belastungen hervorgerufen worden sein bei einer Arthrose (Gelenkabnutzung), während dieser plötzliche Anfall am Großzehengrundgelenk typisch für einen Gichtanfall wäre. Auch bei einem Gichtanfall kann der Harnsäurewert im Serum normal sein, der Hausarzt kennt mit Sicherheit die typischen Symptome.
Mittwoch asked:
Ich habe ständig im Schulterbereich bis zum Oberarm Schmerzen und seit einiger Zeit auch schon im Gesäß. Da ich eine Tätigkeit habe, wo ich fast die 8 Std. am PC sitze ist es natürlich ein Problem für mich. Ich bekomme seit 3 Monaten das Medikament MTX zum spritzen, da der Arzt denke ich habe Weichteilrheuma. Meine Frage ist es duch das MRX in Griff zubekommen, oder muß ich es für immer nun spritzen. Ich bin 1951 geboren, eigentlich nicht vorbelastet was das Rheuma betrifft. Mit freundlichen Grüßen G. Wagner
Rheumatologen-Team:
Leider sind auch unter dem Begfriff Weichteilrheuma verschiedene Krankheiten subsummiert, so dass zunächst die Diagnose genauer eingegrenzt werden sollte. Dies sollte durch einen Rheumatologen geschehen, der dann auch die Indikation zur MTX Therapie stellt und diese überwacht.
Anne05 asked:
Im Jahr 2005 wurde bei mir Rheumatoidarthritis festgestellt,Schwellungen an beiden Händen und Schmerzen in den Kniegelenken und Füßen werden durch die Medikamente nicht weniger.Manchmal habe ich das Gefühl sie wirken überhaupt nicht,in wieweit ist eine z.B.Ernährungsumstellung sinnvoll?Ich bin zur Zeit ohne Arbeit und bekomme Leistungen vom Arbeitsamt.Kann man Zuschüsse vom Amt bekommen-ähnlich wie bei Diabätikern? Was gibt es noch für Medikamente die meine starken Schmerzen lindern könnten?Ich nehme z.Z. Prednisolon(5mg),Arcoxia 90mg,Quensyl,Ibu 600und jede Woche eine MTX 20mg
Rheumatologen-Team:
Wenn Sie das Gefühl haben, die Medikamente wirken nicht ausreichend, ist zunächst an ein Versagen oder eine zu geringe Wirkung der Medikamente zu denken. Sie sollten also mit Ihrem Rheumatologen über die weitere Behandlung mit Medikamenten sprechen. Eine Ernährungsumstellung kann nützlich sein, ist aber bei einer hochaktiven Rheumatoiden Arthritis nicht ausreichend. Wenn Sei Ihre Ernährungs umstellen möchten, ist v.a. an eine sog. "Mittelmeer-Diät" zu denken, die auf eine vermehrte Zufuhr von Fisch, frischem Gemüsen und Obst sowie pflanzlichem Öl beruht. Dafür sollte "rotes" Fleisch oder tierisches Fett reduziert werden. Tipps zur Ernährungsumstellung bekommen Sie z.B. über die Homepage der Deutschen Rheumaliga (www.rheuma-liga.de). Leider gibt es dafür keine finanziellen Zuschüsse. Medikamente, die Ihre Schmerzen zusätzlich lindern könnten, wären Mittel, die sich mit MTX kombinieren lasen, wie Arava oder TNF-Inhibitoren - sprechen Sie darüber bitte mit Ihrem Rheumatologen!
Rudi asked:
Guten Tag! Was gibt es an Medikamenten für Alternativen bei Psorias Arthritis. Gibt es pflanzliche Wirkstoffe? Welche Sportarten sind für solche Patienten geeignet? Wie sieht es mit Alkohol aus?
Rheumatologen-Team:
Die Behandlung der Psoriasis-Arthrtis beruht zum einen auf Basis-Medikamenten wie Methotrexat. WEnn sie nicht ausreichen, können auch neue Medikamente wie die TNF-Inhibitoren eingesetzt werden. Pflanzliche Wirkstoffe sind für diese Erkrankung nicht zu empfehlen. Die Wahl geeigneter Sportarten hängt davon ab, welche Gelenke betroffen sind, und wie stark der Hautbefall ist. Grundsätzlich sollten Gelenke nicht in Extremstellungen belastet werden, so dass v.a. Sportarten wir Aerobic, Laufen, Wandern und Radfahren zu empfehlen sind. Mit Alkohol sollte bei Einnahme der o.g. Medikamente sehr verantwortungsbewußt umgegegangen werden. Die Einnahme von mehr als einem alkoholischen Getränk pro Tag ist sicher problematisch. Darüber sollten Sie mit Ihrem Arzt sprechen.
Caro asked:
Ich leide seit 1 1/2 Jahren an Rheuma. Bisher wurden von verschiedenen Ärzten auch verschiedene Rheumaarten diagnostiziert. Ich würde mir gern eine weitere Meinung einholen. Könnten Sie mir eine kompetente Adresse in Halle nennen?
Rheumatologen-Team:
Wir haben in Halle eine Reihe von Rheumatologen, die alle im Rheumazentrum Halle zusammenarbeiten, und die ich uneingeschränkt empfehlen kann. In alphabetischer Reihenfolge sind dies die Kollegen Dr. Boldemann (Krankenhaus Dölau), Praxis Frau Dr. Babinsky/Fr. Dr. Liebhaber, Herr Dr. Feist, Prof. Dr. Keyßer (Universitätsklinik Halle), Praxis Herr Dr. Linde/ Frau Dr. Kaltenhäuser, Dr. Schobeß (Orthopäde und Rheumatologe).
ophelia asked:
Was könnte die Ursache für kribbelnde, eingeschlafene Finger sein?
Rheumatologen-Team:
Dies können prinzipiell zwei Ursachen sein: 1.) Schädigung der Nerven (durch Veränderungen an der Halswirbelsäule, Einklemmungen von Nerven am Handgelenk oder Schädigung von Nervengeflechten durch Alkohol, Medikamente, Gifte oder die Zuckerkrankheit)2.) Durchblutungsstörungen
ophelia asked:
Wie zeigt sich eine Rheumaerkrankung bereits im jungen Alter?
Rheumatologen-Team:
Im jungen Alter können sich rheumatische Erkrankugnen zum einen durch Gelenkschmerzen und Schwellungen, aber auch durch unklare Fieberschübe äußern. Ganz kleine Kinder fallen auch dadurch auf, dass sie die betroffenen Gelenke schonen, ohne zu klagen. Fällt also ein Kind dadurch auf, dass es nicht mehr läuft oder nicht mehr richtig spielt, ist an eine rheumatische Erkrankung zumindest zu denken.
ophelia asked:
Was kann ich gegen die eingeschlafenen Finger unternehmen? Sind sie ein Grund, zum Arzt zu gehen?
Rheumatologen-Team:
Das hängt auch davon ab, wann dieses Symptom auftritt. Kommt es nachts dazu und verschwindet spontan wieder, kann es lagebedingt sein. Tritt es auch tags ohne erkennbare Ursache auf, sollte schon ein Arzt aufgesucht werden.
ophelia asked:
Bei mir tritt das Symptom eher bei Überlastung auf. Die Finger schlafen ein, wenn ich zum Beispiel eine halbe Stunde Kartoffeln schäle.
Rheumatologen-Team:
Wenn diese Beschwerden bei Belastung auftreten, dann sollte schon ein Arzt sich der Beschwerden annehmen und eine Abklärung erfolgen.
ophelia asked:
Ist eine Wirbelsäulenkrümmung vererbbar oder eher auf falsche Belastung in der Kindheit zurückzuführen?
Rheumatologen-Team:
Es gibt gewisse vererbliche Faktoren, die bei einer Wirbelsäulenverkrümmung eine Rolle spielen können, aber durch eine gezielte Physiotherapie kann eine Verkrümmung der Wirbelsäule, vor allem im jüngeren Alter, verbessert werden.